Gad Labudda: 13 Leserbriefe und Anworten Teil 13
Erstellt von admin am 26. April 2009
Teil 13
Und wenn ich nicht mehr zahlen kann?
Ich habe schon vor über einem Jahr ein Mädchen kennengelernt, das aus Mukdahan kommt. Kop ist noch sehr jung und unerfahren, aber ich habe mich gleich in sie verliebt.
Als wir uns gerade eine Woche kannten, wurde ihre Mutter krank und mußte ins Krankenhaus. Ich konnte damals mit etwas Geld aushelfen, aber die Mutter wurde nicht besser und mußte immer weiter behandelt werden und ich habe Kop aus Deutschland immer weiter Geld geschickt, damit die Mutter den Arzt bezahlen kann. Als ich vor einem halben Jahr wiederkam, traf ich Kop erst zwei Tage später als vereinbart. Sie kam gerade von ihrer Mutter, der es sehr schlecht ging. In den drei Wochen, die ich hier war, haben wir uns sehr gut verstanden und ich wollte sie nach Deutschland mitnehmen.
Sie wollte das auch, aber dann sagte sie, das ginge nicht, weil sie ihre Mutter nicht alleine lassen kann. Dann meinte sie, daß es ihrer Mutter vielleicht besser geht, wenn wir ihr ein kleines Haus bauen, weil das Haus, in dem sie jetzt lebt, nur aus Holz und aus Bambus gemacht ist und es regnet immer hinein. Dann habe ich ihr das Geld für ein kleines Häuschen geschickt, was ja in den Dörfern nicht so teuer ist. Aber danach ist Kop krank geworden und ich mußte ihr Geld für das Krankenhaus schicken.
Als wir uns jetzt getroffen haben, kam Kop auch gerade wieder aus dem Dorf. Der Mutter geht es nicht besser und ich mußte wieder helfen, weil der Vater wegen der vielen Kosten sein Land verpfändet hat und das Land verliert, wenn er den erhaltenen Kredit jetzt nicht zurückzahlt. Außerdem brauchte sie Geld für das Haus, weil das Geld, das ich geschickt hatte, nicht gereicht hat und jetzt dringend das Dach gedeckt werden muß. Kop war in dieser Zeit sehr lieb zu mir. Als ich ihr aber vorschlug, wir sollten uns das Haus einmal ansehen, wollte sie nicht und sagte, sie kann nicht mit einem fremden Mann nachhause fahren, wenn sie nicht verheiratet ist.
Als ich ihr sagte, wir können ja heiraten, meinte sie, das geht nur, wenn ich mit ihr in Thailand lebe. Aber ich bin jetzt 54 Jahre und arbeite im Maschinenbau. Ich kann jetzt noch nicht nach Thailand gehen. Aber ich kann auch nicht dauernd nur Geld schicken, weil mein Konto immer kleiner wird. Ich liebe Kop immer noch, aber wie soll das jetzt weitergehen und was passiert, wenn ich nicht mehr zahlen kann?
Franz B.
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Lieber Franz,
Sie sind nicht alleine. So ähnlich wie Ihnen geht es vielen Ausländern, die hier junge, unerfahrene Mädchen kennenlernen. Es ist geradezu charakteristisch für die jungen unerfahrenen Mädchen, die in Pattaya ältere Ausländer treffen, daß sie häufige, unvorhersehbare Finanzprobleme haben, sowie als auch einen väterlichen Freund, der ihnen in dieser entsetzlichen Situation selbstverständlich vollkommen uneigennützig hilft.
Die wichtigste Frage ist eigentlich, was sie in diesem Mädchen sehen und worin die Liebe besteht, von der Sie sprechen. Sind es die vielen Übereinstimmungen, die Sie teilen, die gleiche Begeisterung für dieselben Fernsehprogramme und Videofilme, dieselbe Anschauung vom gesellschaftlichen Leben und der Politik, die gleichen Interessen für Freizeitgestaltung und Hobbies, der gleiche Geschmack für Kleidung und Speisen? Wenn man gemeinsam leben will, dann braucht man doch Gemeinsamkeiten. Worin bestehen die? Aber wir wollen nicht nur fragen, wir wollen auch Ihre Frage beantworten, wie es jetzt weitergeht. Wir haben darüber unseren Hausastrologen befragt und der erklärt, daß sich hier der Merkurius zu sehr an die Venus angenähert hat, woraus große Komplikationen entstehen und er sagt, es steht viel Unglück ins Haus.
Jetzt wird der Bruder von Kop erst einmal einen schweren Motorradunfall erleiden, an dem er völlig unschuldig ist, aber er muß das Krankenhaus und das Motorrad bezahlen, das er nur geliehen hatte. Dann braucht er ein neues Motorrad, wahrscheinlich eine Harley Davidson oder eine 500-er von Toyota, weil er sonst nicht zur Arbeit fahren kann. Dann muß das Haus verputzt werden, Türen und Fenster fehlen auch noch und der Fußboden muß gelegt werden. Dann führt der Vater sich mit dem Traktor über den Fuß, bei der Flucht vor dem Traktor wird er von einem Krokodil gebissen und muß ins Krankenhaus. Die Krankheit der Mutter wird immer schlimmer, der Vater muß weitere verpfändete Felder auslösen, die er vergessen hatte, eine Großmutter muß wegen Leistenbruch ins Krankenhaus und anschließend beerdigt werden und wenn Sie in Deutschland sind, hat Kop einen teuren Unfall und braucht dringend finanzielle Hilfe.
Wie, glauben Sie, hat Kop, die als Arbeiterin im Monat vielleicht drei- bis allerhöchstens viertausend Baht im Monat verdienen könnte, die Herkunft des vielen Geldes ihren Eltern erklärt – vorausgesetzt, daß sie welche hat? Und warum wäre es den Eltern nicht zumutbar, daß ihre Tochter mit dem Mann nachhause kommt, der ihnen ein Haus baut, das Leben der Mutter erhält, dem Vater seine Felder schenkt, für das Leben der Tochter aufkommt und ihre Krankenhausrechnungen bezahlt? Könnten sie es nicht ertragen, den Mann zu sehen, von dem sie leben, den ihre Tochter liebt und den sie heiraten will? Das wäre in den Dörfern in Thailands armem Norden etwas ganz Neues.
Falls Sie immer noch glauben, daß es der Mutter so schlecht geht und sie immer wieder ins Krankenhaus muß, dann verlangt es doch eigentlich der Anstand, diese arme Frau im Krankenhaus zu besuchen und vielleicht auch mit den Ärzten zu sprechen. Außerdem müßten Sie mit dem Vater wegen des Hauses sprechen, in dem er leben will und dessen Bau Sie bezahlen. Ein Besuch der Familie wäre also mehr als gerechtfertigt, äußerst empfehlenswert und ganz bestimmt informativ. Auch auf die Gefahr hin, daß es entweder den Vater, die Mutter oder das Haus gar nicht gibt. Denn es ist doch immer wieder schön, Gewißheit zu haben.
Ach ja, Ihre letzte Frage: Wie es weitergehen soll, wenn sie nicht mehr zahlen können. Nun, in diesem Falle geht wohl nichts mehr weiter und ihre Freundin wird sich wahrscheinlich gezwungen sehen, leider, leider einen anderen väterlichen Gönner zu suchen, weil ihre Mutter ins Krankenhaus muß und der Bruder einen Motorradunfall hat. Ansonsten geht nichts weiter. Aber das läßt sich ausprobieren. Wie wär’s, wenn Sie ihrer Kop mitteilen, daß Sie kein Geld mehr haben und sie fragen, ob sie Ihnen jetzt vielleicht helfen könnte? Die Reaktion dürfte auf jeden Fall sehr aufschlußreich sein, glaubt
Ihr Paule
Meine Frau braucht dringend Goldschmuck…
Ich komme jedes Jahr für zwei Monate nach Thailand. Beim letzten Mal habe ich meine Suni kennengelernt, vor Buddha im Dorftempel geheiratet und ein kleines Haus gekauft. Dann bin ich wieder nach Deutschland gefahren, denn ich muß noch viel Geld verdienen, um mit ihr hier leben zu können. In Deutschland habe ich einen Thai-Kursus belegt. Dabei habe ich erfahren, daß das Haus, das ich meiner Frau gekauft habe, zwar richtig auf ihren Namen eingetragen ist, daß sie es aber schon vor sechs Jahren besessen hat.
Sie hat mir nur die Urkunde und ihren Namen gezeigt und ich habe nicht auf das Datum gesehen. Später hat sie mir geschrieben, die haben sich auf dem Amt nur vertippt. Ich habe ihr Geld zum Leben geschickt, dann habe ich Geld geschickt, um das Haus zu reparieren, für ihren kranken Vater und weil sie einen Unfall gehabt hat.
Als ich jetzt auf Urlaub kam, war sie in Pattaya in einer Bar. Sie sagt, sie hat nur ihre Schwester besucht, die aber in einer ganz anderen Bar arbeitet. Dann wollte sie von mir Geld zum Leben, Geld für neue Kleidung und Goldschmuck haben. Sie hat gesagt, sie muß im Dorf ihren Goldschmuck zeigen, weil das erwartet wird, wenn eine Frau mit einem Farang verheiratet ist, sonst machen wir uns lächerlich. Ist das nun alles so üblich, oder versucht sie, mich auszunehmen? Und wie kann ich mich dann ich dagegen wehren?
Arno F.
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Lieber schlitzgeohrter Liebeskasper,
eine Heirat ist der sinnlose Versuch zweier Leute, den Partner zu besitzen. Eine Heirat vor Buddha ist der schlitzohrige Versuch, den Partner zu besitzen, ohne selbst gebunden oder verpflichtet zu sein, weil die Heirat ja offiziell nicht gültig ist. Glaubst Du wirklich, daß Du per Zufall eine Frau triffst, die mit der Liebe Geld verdient, nun aber, weil sie einen Arno gesehen hat, sich zum liebevollen Eheleben mit einem abwesenden Arno bekehrt und nichts Besseres zu tun hat, als im Dorf auf seinen Urlaub zu warten? Auf einen Arno, der einmal im Jahr kommt, sich kaum überlegt, wie es ihr geht und wie sie leben kann, der sie aber für hübsch und praktisch hält und deshalb sein Besitzrecht gut bezahlt?
Hast Du Dir überlegt, was Du von ihr willst und was Du an ihr liebst? Hast Du sie gefragt, wie sie leben will und wie Du ihr dabei helfen kannst? Nein? Macht nichts. Offensichtlich will sie nur Geld haben und Du hast ihr dabei schon viel geholfen. Sie ist nach Pattaya gekommen, weil sie Geld liebt und nicht etwa einen Fremden, den sie einmal im Jahr sieht. Du willst nur ihren Körper, wenn Du auf Urlaub bist. Und sie will nur Dein Geld. Ein Geschäft auf Gegenseitigkeit, bei dem jeder nur freiwillig bezahlt. Aber, wie Du Dich vor Dir schützen kannst, weiß ich auch nicht.
Beste Grüsse, Dein Paule Plapper
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