Travel-Funblog – Sexurlaub für Singlemänner

Reiseblog für Singlemänner, Sexurlaub Karibik, Asien, Afrika, Südamerika

  • Abonnieren



  • Meta

  • Archiv für März, 2009

    Foto: Kenia

    Erstellt von Admin am 31. März 2009

    Nette Rückansicht in Mombasa.

    Abgelegt unter Fotos | Kommentare deaktiviert für Foto: Kenia

    Addi leistet aus Versehen Entwicklungshilfe

    Erstellt von Admin am 31. März 2009

    – 4 Seiten –   (‚Victor Schluff‘ in ‚Treffpunkt Pattaya)

    – Ein überkandidelter Farang sucht eine Frau zum Mitnehmen – eine nicht sehr tragische Kömödie –

    Kurzgeschichte von Gad Labudda

     

    Daß man in Thailand jede Frau einfach von der Straße mitnehmen kann und Ausländer sehr gefragt sind, ist zwar in Thailand noch nicht bekannt, aber in Europa hat es sich bereits herumgesprochen. Selbst Arthur (sprich Addi), der sich weder für Politik noch Weltgeschehen interessiert und konsequenterweise auch keine Zeitung liest, weiß das schon, denn das ist schließlich eines der bevorzugten Gesprächsthemen ,unter Männern‘. Zu Addis großem Leidwesen sind es vorwiegend Gespräche mit Männern, die er an einer Theke führt, denn die wenigen Frauen, die er kennenlernte, hatten schon nach wenigen Stunden seiner Gegenwart recht wenig Interesse an einer Verlängerung ihrer Audienz.

    Das liegt nach Addis Meinung allerdings nur daran, daß sie hoffnungslos veraltet sind, nach längst veralteten Gesellschaftsklischees leben, zu viele Ansprüche haben und vor allen Dingen viel zu dumm sind. Das merkt man schon daran, daß sie Addi, einem feurigen Prediger einer modernen Welt, nur unwillig zuhören, ihn fortlaufend unterbrechen und, wie man daran schon erkennen kann, ihm also geistig nicht folgen können, weshalb sie denn auch oft genug einfach aufgestanden und gegangen sind. Weil seine geistigen Ansprüche zu hoch waren und sie von ihm nichts lernen wollten.

    Statt sich stillschweigend überzeugen zu lassen, suchen sie dann lieber eine andere Umgebung, in der Addi nicht gerade damit beschäftigt ist, sich selbst zu überzeugen. Dabei müßten sie doch eigentlich auf ihn fliegen, der sich als Messias eines neuen Lebens betrachtet und dem man die Modernität schon von Weitem ansieht. Seine langgelockte dunkle Haarpracht wird von einem blond gefärbten Zöpfchen betont, dessen Ende eine rosa Schleife ziert, passend zu den rosa getönten Gläsern einer Schmetterlingsbrille und seiner bevorzugten Hemdenfarbe, die einen bemerkenswerten Kontrast zu einer giftgrünen Nylonjacke, gelben Hosen und weißblau gestreiften moonbootähnlichen Sportschuhen bietet.

    „Die moderne Welt ist bunt“, war sein letzter Werbespruch für eine Plastikfirma gewesen und er hatte als Werbetexter gut daran verdient. Um dieser Erfolg zu feiern, fuhr er nun nach dem Ankauf geeigneter Tropenkleidung nach Thailand, um nach Möglichkeit mit einer modernen Frau, die einen Retter sucht, wieder nach Deutschland zu gehen. Er hatte auch schon ganz klare Vorstellungen, wie diese moderne Frau auszusehen hat.

    Die meisten Frauen seien in Pattaya zu finden, hatte er gehört, dennoch brauchte er vier Tage, an denen er an den Bars vorbeistrich, um die moderne Frau zu finden. Das bedeutet nicht, daß er die günstige Gelegenheit seines Aufenthaltes in Pattaya nicht wahrgenommen hätte, auch andere Frauen kennenzulernen. Schließlich sollte man ihm nicht Einseitigkeit vorwerfen können. Doch er fühlte sich in seiner Meinung über die Frauen nur bestätigt. Alle wollten nur Sex und Geld. Keine wollte mit ihm einfach nur so mitgehen, wegen der guten Freundschaft und des gemeinsamen Vergnügens. Auch hier zählte scheinbar nur, was er zu bieten hat, obwohl doch bekannt war, daß die Frauen hier wie wild darauf aus sind, einen Ausländer mitzukriegen und wenn irgend möglich heiraten zu können. Vielleicht lag es daran, daß er noch nicht hatte durchblicken lassen, daß er eventuell bei der richtigen Frau mit der richtigen Einstellung auch bereit wäre, diese Frau zu heiraten und nach Deutschland mitzunehmen.

    Noch nicht einmal für dreihundert Baht wollten sie mit ihm aus Freundschaft mitgehen. Aber für fünfhundert Baht wollten sie gleich ins Bett. Und sie verstanden ihn nicht, obwohl er doch ein ganz gutes Schul-Englisch gelernt hatte. Die meisten schauten ihn einfach nur an und sagten überhaupt nichts und manche lachten sogar. Aber nach vier Tagen hatte er die Richtige gefunden. Sie war ihm sofort aufgefallen. Groß und schlank stand sie hinter einer Bar-Theke, hatte ein seidenes Tuch in den langen schwarzen Haaren, einen Ring in der Nase, und sie trug einen langen Wickelrock unter einer prallen, knappen Bluse mit sehr tiefem Ausschnitt. Und auch er schien ihr sympathisch zu sein, denn als er bei ihr seinen Vodka mit Zitrone bestellt hatte, setzte sie sich gleich zu ihm.

    Sie schaute ihn auch nicht nur an, sondern hörte richtig zu und sie sprach auch mit ihm, genauer gesagt, sie antwortete, wenn er sie etwas fragte, und zwischendurch nickte sie mit dem Kopf. Das war die erste Frau, die ihn verstand. Und sie war auch nicht so, wie die anderen. Sie wollte nicht mit ihm mitgehen, selbst als er die Auslöse bezahlen und ihr fünfhundert Baht geben wollte, machte sie Ausflüchte. Sie sagte, daß sie nur Getränke servieren und nicht mit Männern mitgehen wollte. Aber er wußte es im Grunde besser. Alles hat seinen Preis, und bei zweitausend Baht ging sie schließlich mit. Wegen ihrer indischen Aufmachung nannte er sie einfach Indra, denn mit den seltsamen thailändischen Namen würde er sowieso nicht zurechtkommen.

    Im Hotel bot sie ihm alles, was er sich im Leben nicht einmal erträumt hatte. Sie war ansonsten sehr ruhig, sprach nur sehr wenig, las ihm aber alle Wünsche von den Augen ab. Am nächsten Tag blieb sie den ganzen Tag bei ihm, war eine aufmerksame Dienerin und hörte ihm den ganzen Tag zu. Natürlich ging er mit ihr in ein besseres Restaurant, wo sie sich auch gut zu benehmen wußte und ihm die ganze Zeit zuhörte, ohne ihn zu unterbrechen. Er wußte schon, daß sie eine sehr gute Schülerin sein würde. Er erklärte ihr, daß die moderne Frau sich selbst ernährt und im Notfall sogar für ihren Mann einsteht, was sie nicht nur verstand, sondern auch bestätigte. Die moderne Frau habe ihren Platz nicht nur am Küchenherd und beim Kaffeeklatsch, sagte er, sondern in der Industrie. Sie müsse sich mit Technik und Elektronik auskennen und auch mit einem Computer umgehen können, das sei einfach eine Erfordernis der Zeit. Die moderne Frau müsse auch selbständig Entscheidungen treffen können. Auch hier gab sie ihm Recht und fügte sogar einige Argumente zu seiner Unterstützung an.

    Addi entschloss sich, daß Indra die geeignete Frau für ihn ist. Sie war gehorsam und zeigte sich lernfähig, mit ihr konnte er überall auftreten und sie würde sein Ansehen sicherlich mehren. Zudem war sie als Frau im persönlichen Umgang äußerst angenehm, indem sie in jeder Beziehung für seine Bequemlichkeit sorgte. Und nicht zuletzt tat er auch noch ein gutes Werk, wenn er sie aus ihrem armseligen Barleben erlöste und ihr garantieren konnte, daß sie bei ihm immer einen Teller Reis zu essen hat.

    Am Abend sagte er ihr, daß er sie nach Deutschland mitnehmen und heiraten wird. Er sah ihr an, daß sie vor Freude ganz stumm und völlig überwältigt war und gar nicht antworten konnte. Am Abend des nächsten Tages sagte sie, daß sie wegen eines Visas nach Bangkok fahren muß. Richtig, daran hatte er gar nicht gedacht. Er hatte aber schon an einer Bar gehört, daß das so um die achttausend Baht kosten soll. Sicher würde sie noch andere Ausgaben haben, natürlich, da waren ja auch noch die Kosten für den Flug. Wenn sie nur ein normales Visum bekam, mußte sie auf der Botschaft ein Flugticket für Hin- und Rückreise vorlegen können, das würde etwa so um die zwanzigtausend Baht kosten. Sicher hätte sie auch noch andere Ausgaben, vielleicht Kleidung, denn mit ihren dünnen Sachen könnte sie ja jetzt im Winter nicht nach Deutschland kommen.

    Er fragte, ob sie noch weitere Ausgaben habe, denn sie schien selbständig genug, daß sie sich da schon eigene Gedanken gemacht haben sollte. Sie erwähnte, daß sie ihren Eltern zwanzigtausend Baht schicken muß. Daran hatte er nicht gedacht, aber er hatte schon gehört, daß es in Thailand üblich sei, die Braut von den Eltern zu kaufen. Immerhin waren zwanzigtausend Baht – so um die fünfhundert Euro – kein hoher Preis für eine Frau wie diese. Er gab ihr zweitausend Euro und sagte, sie solle sich die Kurse der einzelnen Banken ansehen und bei der günstigsten Bank wechseln.

    Der nächste Tag ohne sie war trostlos und er freute sich schon auf die gemeinsame Zeit in Deutschland. Als sie abends nicht zurück war und auch am nächsten Tag nicht kam, meinte er, daß sie vielleicht in Bangkok geblieben war, weil sie wegen des Visas noch einmal am nächsten Tag zur Botschaft mußte, die ja nachmittags geschlossen hat. Nach drei Tagen wurde er allerdings etwas unruhig und ging zu der Bar, wo er sie ausgelöst hatte. Dort war man sehr erstaunt und fragte, ob er denn nicht weiß, daß sie nach Indien zurückgeflogen ist. Dort ist sie mit einem Thai verheiratet, der eine Firma mit Maschinen und Ersatzteilen für die Textilindustrie hat. Man betonte in der Bar, daß sie ihn sehr gelobt habe, weil er ihr viel Geld für ihre Eltern und für ihren Rückflug nach Indien geschenkt hat.

    Addi ging zur Polizei und erstattete Anzeige. Gegen Indra – nein, das war nicht ihr richtiger Name, aber die in der Bar würden den Namen vielleicht wissen. Wegen insgesamt achtzigtausend Baht. Nein, die habe sie nicht gestohlen, er habe sie ihr gegeben, weil er sie heiraten wollte. „Hat sie das gesagt, gibt es dafür irgendwelche Unterlagen oder Zeugen?“, wollten die Polizisten wissen. „Nein, aber sie hat das Geld genommen.“ Dann fragten die Polizisten: „Wie lange haben Sie sie gekannt?“ und dann lachten sie wieder und sagten, daß es in Thailand nicht verboten ist, Geschenke anzunehmen. Und ein Polizist mit einem ganz besonders breiten thailändischen Lächeln sagte, er brauche auch gerade achtzigtausend Baht und fragte Addi, ob er ihn nicht auch heiraten wollte.

    Nach reiflicher Überlegung kam Addi zum Schluß, daß es im Wiederholungsfalle doch besser sei, sicherzustellen, daß die Frau, die er mitnehmen will, ihn auch wirklich heiraten und nach Deutschland gehen will, und daß er die Erledigungen dann mit ihr gemeinsam durchführt, aber ansonsten hatte er noch nichts dazugelernt.

     

     

    Abgelegt unter Gad Labudda | 2 Kommentare »

    Foto: Philippinen

    Erstellt von Admin am 30. März 2009

    Abschließendes Gemeinschaftsduschen nach der Body Painting Show im „King of Diamonds“ in Angeles City.

    Abgelegt unter Fotos | 1 Kommentar »

    Sie haben sich gegenseitig erobert

    Erstellt von Admin am 30. März 2009

    – 6 Seiten –  (‚Victor Schluff‘ in ‚Treffpunkt Pattaya‘)

    – Gustav entdeckt seine heiße Liebe und die Freundin eine Geldquelle –

    Kurzgeschichte von Gad Labudda

     

    Gustav hatte eine süße Freundin. Sagten seine Freunde. Etwas pummelig, Stupsnase, Sommersprossen, Brille. Sie war lebendig und redete gern und viel. Das hätte Gustav noch nicht einmal so sehr gestört, wenn sie wenigstens die Intelligenz gehabt hätte, die empfehlenswert ist, wenn man viel redet. Dieser Mangel war ihr durchaus bewußt, doch sie glaubte, für das mangelnde Wissen durch intensiveres Glauben einen Ausgleich zu schaffen, indem sie sehr katholisch war. Das störte Gustav ganz ernsthaft. Er selbst war zwar auch katholisch getauft worden, aber das war nun schon knapp vierzig Jahre her und da er sich seither nicht sehr intensiv darum bemüht hatte, seinem Gott gefällig zu leben, war die tiefe Wirkung, die so eine Taufe auf die Seele haben soll, wohl schon etwas verblaßt.

    Nur wenig störte es ihn, daß sie vor jedem Essen beten mußte und das Nachrichtenmagazin ‘Spiegel’ zu einem kommunistischen Hetzblatt deklarierte. Wenn ein Mensch so viel redet, kann ja nicht alles Sinn haben, meinte er. Ganz erheblich aber störte ihn, daß sie praktisch unberührbar war. Der von Gott geschaffene menschliche Körper war unsagbar schmutzig und durfte nicht gezeigt werden, meinte sie. Und die größte Sünde, um deren Genuß er sich so intensiv bemühte, konnte ihm nach ihrer Meinung nur gewährt werden, wenn das heulige Band der Ehe gordisch verknotet war. Aber zu so einem radikalen Schritt wollte er sich nicht hinreißen lassen, bevor er nicht wußte, ob es sich bei ihr auch wirklich zu sündigen lohnte. So dauerte die Beziehung schon mehrere Jahre, was sich für die Beiden hauptsächlich darin äußerte, daß sie älter wurden.

    Gustav half sich mit Phantasien und Tagträumen. Nachdem er einige Exemplare des Playboy auf sich hatte einwirken lassen, bastelte er sie zusammen, die Traumfrau, mit der er leben wollte. Besonders wichtig war, daß sie einen braunen, extrem schlanken, ja geradezu knabenhaften Körper hatte. Und ein exotisches Gesicht. Schmal mit großen, mandelförmigen Augen, einem breiten, geschwungenen, vollen Mund und langen schwarzen Haaren. Ja, so mußte sie sein, die Frau, mit der er leben wollte. Und er hatte auch schon gehört, wo er solch eine Frau finden konnte. In Thailand. Da sollten die Frauen auch noch etwas taugen. Da hatte der Mann zu bestimmen und die Frau hatte zu gehorchen, hatte er gehört. Und billig sollten solche Frauen dort sein, hatten ihm Leute gesagt, die schon öfter da gewesen waren. So nährte Gustav seine Traumfrau schon seit mehreren Monaten, lag mit ihr auf der Couch vor dem Videogerät, ging mit ihr an den Strand und ins Bett. Sie war sehr anschmiegsam und sprach sehr wenig, sagte ihm nur, wie sehr sie ihn liebt und was er für ein guter und starker Mann ist, und vor allen Dingen war sie überhaupt nicht katholisch.

    Eine Überraschung sollte ihn in die Nähe einer Auswahl solcher Traumfrauen bringen. Seine Freundin teilte ihm nämlich mit, daß sie angesichts der potentiellen Gefahr körperlicher Nähe den Urlaub, den sie das erste Mal gemeinsam zu verbringen geplant hatten, absagen wollte, weil zufälligerweise zur gleichen Zeit auch eine schöne Pilgerfahrt nach Frankreich angeboten wurde. Gustav erholte sich schnell von dem Schrecken und meinte, das sei eine sehr gute Idee, denn er hätte auch schon an eine Pilgerfahrt gedacht, wollte aber auf keinen Fall nach Frankreich.

    Som war eines von vielen Kindern einer Kleinstbauernfamilie in einem kleinen Dorf in der Provinz Phetchabun. Die Familie besaß drei kleine Felder und ein kleines Haus, das auf hohen Stelzen vier Zimmer hatte; zwei Schlafzimmer, eine Küche und einen Versammlungsraum. Ansonsten hatten sie noch einige Schulden, viel Hunger, ja, und sehr viele Kinder. Das Dorf war ein hübsches kleines Dorf, ein zu kleines Dorf, befand Som. Es gab noch nicht einmal einen Tempel, geschweige denn eine Schule. Von hier aus sah man auf viele kleine Reisfelder und wenig Wasser. Das Leben war ausgesprochen ruhig, geradezu langweilig. Die meisten jungen Leute hatten das Dorf verlassen, um Arbeit in den Städten zu finden und nur die Alten saßen auf dem Dorfplatz zusammen und hatten noch nicht einmal genug Geld für ihren Lao Kao, den weißen Reisschnaps, den einige Bauern in den größeren Orten heimlich brannten. Junge Männer, für die man sich interessieren konnte, kamen höchstens einmal zu besonders hohen Festtagen aus der Stadt zum Besuch der Familie, ansonsten war das Dorf leer, wenn man von den kreischenden Kindern absah.

    Auch Som würde bald das Dorf verlassen, darüber war sie sich klar. Die Eltern hatten sie schon zweimal darauf angesprochen, aber es hatte bisher noch keine Möglichkeit gegeben, niemand, der etwas über irgend eine freie Arbeitsstelle in der Nähe des Dorfes oder in einer Stadt wußte. Die Eltern fragten überall herum und sobald sie etwas über irgend eine Arbeitsstelle für sie hören würden, war es an ihr, das Dorf zu verlassen.

    Aber nun war eine Sensation in das Dorf gekommen. Bisher war das größte Gebäude das zweistöckige Holzhaus des Dorfvorstehers gewesen. Doch jetzt wurde ein noch größeres Haus aus Stein gebaut. Das ließ ein alter Farang bauen, der ein Mädchen aus dem Dorf kennengelernt hatte. Es hieß, er wollte da später einmal leben, aber in Wirklichkeit war für es für die Familie des Mädchens, denn die war da jetzt schon halb eingezogen. Som hatte mit dem Mädchen gesprochen, es war die ältere Schwester einer guten früheren Schulfreundin namens Nam. Sie hatte den Farang in Pattaya an einer Bar kennengelernt. Er besaß sehr viel Geld und hatte dem Mädchen auch schon viel Geld gegeben. Es war ein längeres und sehr offenes Gespräch, bei dem die beiden jüngeren Mädchen hörten, wie das Leben in Pattaya ist.

    Es war sicher nicht immer schön, aber man konnte genug verdienen, um keinen Hunger zu haben und mit etwas Glück konnte man einen Farang finden, der mit einem leben wollte. Dem mußte man nur sagen, daß man Geld für die armen Eltern verdienen muß, dann konnte man jeden Monat ein paar tausend Baht auf die Bank bringen und was man zum Leben brauchte, das bezahlte dann der Farang. Es sollte nicht das einzige Gespräch bleiben und von nun an sah man auch Som und Nam oft zusammen. Die Beiden schmiedeten Pläne, wie sie am besten das Dorf verlassen würden, um gemeinsam nach Pattaya zu fahren. Dort wollten sie nach einem Farang suchen, um das nötige Kapital oder einen geeigneten Farang für ein angenehmes Leben zu suchen.

    Als die Schwester von ihrem Farang abgeholt wurde, sprachen Som und Nam mit ihren Eltern. Denn rein zufällig wußte die ältere Schwester, daß in einem ehrbaren Restaurant, das jetzt gerade in Pattaya eröffnet wurde, dringend noch Personal für die Bedienung gesucht wird und dabei könnten die beiden Mädchen doch gut Geld verdienen, während sie hier im Dorf nichts machen und nichts verdienen konnten.

    Es fiel nicht schwer, die Eltern zu überzeugen und so fuhren Som und Nam mit deren älterer Schwester und ihrem Farang mit nach Pattaya. Er war alt und komisch, der Farang. Er war laut und es mußte alles nach seinem Willen geschehen. Aber er hatte Geld und er spendierte unterwegs auch eine gute Mahlzeit. In Pattaya setzte er sie an einer belebten Bar ab, die die ältere Schwester empfohlen hatte. Dort wollten sie sich auch in einer Stunde treffen, weil noch eine Unterkunft gesucht werden mußte.

    Som und Nam konnten zusammen anfangen, worüber sie sehr froh waren, denn sie fühlten sich doch sehr unsicher. Sie wußten überhaupt nicht, was sie zu tun hatten. Es hatte sich so angehört, als müßten sie nur mit den Farang ins Bett gehen, um reich zu werden. Jetzt aber mußten sie den Abwasch machen und Getränke servieren. Der Abwasch störte sie nicht, das war eine Arbeit, die sie kannten. Aber sie kannten doch überhaupt keine Getränke. Und wenn ein Farang etwas sagte, konnten sie überhaupt kein Wort verstehen, wußten nie, was sie tun sollten. Es dauerte einen Monat, bis sie sich etwas einfanden und auch ein paar Worte verstanden. Das schafften sie, weil sie sich jeden Tag mit einem Englischbuch zusammensetzten und eines der Mädchen, bei denen sie wohnten, ihnen gegen Übernahme von Hausarbeit und Wäsche beim Lernen half.

    Mit den ersten Männern hatten sie ihre Probleme. Sie hatten absolut keine Ahnung und wußten nicht, was die Männer wollten. Komplikationen gab es bei einem, der Analverkehr wollte, wovon sie noch keine Ahnung hatten und für den sie auch strikt ablehnten. Viel wichtiger war ihnen, daß sie bereits Geld verdienten. Immerhin hatten sie schon im ersten Monat mehr verdient, als sie sonst im Dorf in einem Jahr hatten und das ermutigte. Aber nun waren sie schon ein halbes Jahr in der Bar beschäftigt und der gesuchte Farang hatte sich immer noch nicht sehen lassen.

    Som war schon mehrmals für einige Wochen mit einem Farang zusammengewesen, aber das waren Urlauber gewesen, die zuhause verheiratet waren. Nam hatte es über einen Monat mit einem Farang ausgehalten, der störrisch und geizig war. Nicht nur, daß er mit ihr immer einen Wochenvertrag aushandelte und dann ihren Preis erheblich drückte. Sie mußte auch ihr Essen selbst bezahlen, sogar wenn sie zusammen weggingen, und wenn sie einkaufte, mußte sie alles genau abrechnen und als ihr einmal zehn Baht fehlten, mußte sie die aus ihrer Tasche bezahlen. Ansonsten befahl er ihr, wo sie das Haus sauberzumachen hatte und wie sie das zu tun hatte und war nur laut und unfreundlich. Eines Tages hatte sie keine Lust mehr und ging. Der Farang kam später an ihre Bar, um sie wiederzuholen, aber sie wollte nicht. Daß es dann Krach gab, änderte nichts daran.

    Es war vielleicht zwei Monate später, daß ein Farang kam, der sich geradezu auf Som stürzte. Sie sollte sich zu ihm setzen und ein Bier bringen. Som saß da und brauchte gar nicht viel zu sagen, er redete alleine und fühlte sich sehr verstanden, weil Som hin und wieder  mit dem Kopf nickte, wenn sie schon wieder einmal mehrere Minuten nichts verstanden hatte. Sie bekam von dem Farang einen Ladydrink, den sie gar nicht bestellt hatte und wurde von ihm ausgelöst. Auf dem Weg zum Hotel sagte er, er heiße Gustav. Er war schon über eine Woche in Pattaya und hatte auch schon mehrere Frauen mitgenommen. Die waren zwar schlank und sehr jung gewesen, aber sie hatten nur eine sehr entfernte Ähnlichkeit mit seiner Traumfrau. Nachdem er sie schon voller Skepsis mitgenommen hatte, fand er bald Gründe für seine Unzufriedenheit.

    Zu kindisch waren sie, zu laut, sie redeten zu viel und ließen sich auch nicht so zurechtlegen, wie er es von seiner Traumfrau gewohnt war. Aber als er Som gesehen hatte, wußte er sofort, daß er sie getroffen hatte, seine Traumfrau. Er bewunderte ihren Körper, schaute ergriffen in die Mandelaugen und fand die Bestätigung dafür, daß sie auch wirklich die Traumfrau war, darin, daß sie kaum etwas sagte. Im Hotel mußte sie sich erst ausziehen, um dann von Gustav geradezu angebetet zu werden. Seine Hände wanderten über ihren ganzen Körper, bevor er sie ins Bett legte, so, wie es ihm paßte. Und Som hatte schon viel gelernt in dem ersten halben Jahr, sie sagte ihm, daß er ja so ein starker Mann sei und daß sie ihn liebe, weil er so ein guter Mensch ist. Sie wußte, daß Männer das gerne hörten, wenn man sich dabei  ernst bleiben konnte. Genau die Worte, die er seine Traumfrau immer hatte sagen lassen, merkte Gustav, und war sicher, daß Som die Traumfrau war.

    Am nächsten Tag ließ er nicht von ihr ab und kaufte ihr völlig unaufgefordert eine Goldkette für dreitausend Baht. Und sie sagte ihm, daß sie ihn liebt, weil er so ein guter Mensch ist. Und Gustav kaufte ihr daraufhin gleich noch einen Rock und eine Bluse. Und er hielt sie jetzt alle Tage im Arm, neben, vor oder unter sich, kaufte seiner ruhigen Traumfrau alle Sachen, die sie gar nicht wollte und war ja so glücklich, wenn sie ihm sagte, daß sie ihn liebt, weil er so ein guter Mensch ist und so ging das Leben jetzt jeden Tag und das Glück nahm überhaupt kein Ende…

    Aber der Urlaub. Entsetzen machte sich breit. Das konnte den Verlust seiner Traumfrau bedeuten. Er merkte nicht, daß er sie noch gar nicht kannte, war sich aber sicher, ohne sie nicht mehr leben zu können. So kaufte er ihr noch eine Goldkette mit einem Diamantanhänger und teilte mit, daß er sie heiraten wird und sie sagte, sie liebte ihn so sehr, weil er so ein guter Mensch ist.

    Nun leitete er alles für eine Heirat in die Wege, aber diese Wege waren länger, als der Urlaub. Er würde bald wiederkommen, um in Thailand zu leben. Er war Programmierer und solche Leute wurden hier gesucht, meinte er und wußte gar nicht, wie recht er hat. Dann gab der programmierte Programmierer seiner Traumfrau Geld, damit sie während seiner Abwesenheit nicht mehr in der Bar arbeiten mußte. Dann gab er Geld für die armen Eltern und er gab Geld, damit man mit dem Bau eines kleinen Häuschens für die armen Eltern in ihrem Heimatdorf beginnen konnte, noch mehr Geld würde er dafür von Deutschland schicken, und dann gab er Geld, damit Som in eine Sprachschule gehen konnte und er gab Geld für alle möglichen Notfälle und dann fuhr er ab. Som weinte erwartungsgemäß einige hart erarbeitete Tränen, die Gustav ja so glücklich machten.

    In Deutschland leitete er die Heirat in die Wege und schickte öfter Geld für das Haus der Eltern, in dem er nicht wohnen wollte, weil er als Programmierer in der Stadt leben mußte. Aber er fühlte sich verpflichtet, für die Eltern seiner geliebten Traumfrau zu sorgen, damit die nicht noch auf den Gedanken kämen, sich später in seinem Haus zusammen mit Som einzunisten und sein langersehntes Glück behinderten. Und dann er schickte Geld für Som, die sich auch um ihre Hochzeitspapiere kümmerte.

    Ein halbes Jahr später kam Gustav und heiratete seine Traumfrau in ihrem kleinen Dorf, wo er auch das einzige große Steinhaus sah, das es dort gab. Das Haus für die Eltern, sagte Som, das Haus, das er bezahlt hatte, wo jetzt nur noch einige Leute drin lebten, die Bauarbeiter, die dort noch arbeiten sollten, bis es ganz fertig war, wie dies in Thailand so üblich ist, weil Bauarbeiter wegen der langen Wege zur Arbeit in oder bei den von ihnen zu bauenden Häusern wohnen. Gustav war sehr froh über das Haus. Und er würde mit Som in Pattaya ein Häuschen kaufen, auf ihren Namen natürlich, und dann würde er für alle Zeiten glücklich mit seiner Traumfrau leben und alle Tage glücklich mit Som leben und programmieren.

    Som fand in Pattaya ein Haus, von dem sie ganz begeistert war und auch Gustav fand das Haus gut, obwohl es viel größer und teurer war, als er es geplant hatte. Dann richteten sie das Haus ein und dabei ging Gustavs Geld langsam zur Neige. So mußte er denn doch noch einmal nach Deutschland, um Geld zu verdienen. Aber er tröstete Som damit, daß er ein sehr gutes Angebot habe und in einem halben Jahr bestimmt wiederkommen könnte. Vor allen Dingen tröstete er sie mit dem Geld, das sie brauchte, um jetzt in diesem Haus alleine leben zu können ohne in die schreckliche Bar gehen zu müssen, mit dem Geld für einen weiteren Sprachkurs und mit dem Geld für mögliche Kosten und für alle Fälle und dann fuhr er ab.

    Am nächsten Tag saß die arme Som ganz alleine im Kreise der Mädchen in der Bar und rechnete sich aus, wie lange es wohl noch dauern würde, bis sie auf Gustav verzichten kann, Denn nun hatte sie zwar ein Haus in Pattaya, aber das Geld, das er für den Bau des Hauses in ihrem Dorf gegeben hatte, würde sicher nicht viele Jahre reichen. Da wäre es schon besser, wenn er vorher noch etwas Geld schickte. Vielleicht, um sie nach einem schweren Unfall vor dem sicheren Tod durch die Überweisung für eine hohe Krankenhausrechnung zu retten. Inzwischen mußte ihm ja wohl bekannt sein, daß Traumfrauen schon immer etwas teurer waren.

     

     

    Abgelegt unter Gad Labudda | Kommentare deaktiviert für Sie haben sich gegenseitig erobert